Ein Zwischenruf

Publikation, 2018

VORWORT
Die Idee zu Kulturgesprächen entstand 2012 aus dem Wunsch heraus, die Kulturschaffenden und Kreativen im Viertel zu vernetzen. Es sollte die bunte, künstlerische Vielfalt des Viertels sichtbar machen und das Kennenlernen der KünstlerInnen untereinander fördern. Dieser Austausch sollte die Basis bilden, Projekte vorzustellen, die Probleme und Bedürfnisse der KünstlerInnen zu ermitteln und über den politischen Weg Lösungen anzubieten. Wir haben auf dem Gelände des Kreativquartiers sehr viele engagier te AkteurInnen und spannende Projekte aus dem kulturellen und sozialen Bereich. Diese unterstützen wir als Bezirksausschuss gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten. Um das Potenzial dieses Or tes für den Stadtteil und ganz München zu nutzen, bedarf es von der Stadt noch mehr Unterstützung und Verlässlichkeit für die AkteurInnen. Es sollen noch mehr Bürgerinnen und Bürger diesen Ort entdecken und bespielen. Bisher bleibt eine Schwelle, die viele nicht über treten, weil ihnen eine Anlaufstelle oder ein Anknüpfungspunkt fehlt. Welche Wünsche und Ideen es im Kreativquartier, aus dem Stadtteil und von anderen Interessierten gibt wollen wir auf dem Kulturgespräch diskutieren.

GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG
Das Kreativquartier an der Dachauer- und Schwere-Reiter-Straße liegt am Rand von Neuhausen-Nymphenburg, an der Grenze zur Maxvorstadt und zum Teil auf dem Gebiet von Schwabing-West. Es ist der Initiative des Bezirksausschusses zu verdanken, dass die Jutier- und Tonnenhalle als ehemalige Industriebauwerke erhalten geblieben sind und nicht schon vor Jahren abgerissen wurden. Diese Hallen bilden nun das künstlerische Zentrum des Geländes. Der Begriff Kreativquartier tauchte zum ersten Mal in Stadtratsanträgen im Jahr 2009 auf. Nach dem Scheitern des Projektes der sogenannten
„Werkbundsiedlung“ sollte auf den größtenteils städtischen Flächen eine neue Entwicklung angestoßen werden. Bei dem im Herbst 2011 ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb konnten sich auch jüngere noch nicht so bekannte Planungsteams beteiligen. Aufgrund des Drucks des Bezirksausschusses wurde auch der Wunsch nach dem Erhalt und der Integration des Atelierhauses berücksichtigt. Die vielfältigen kulturellen Nutzungen in den übrigen Bestandsgebäuden sollten eigentlich in die beiden Hallen umziehen. Es sollte Platz für neue Wohngebäude geschaffen werden. Glücklicherweise erkannte aber die 2012 zum Gewinner gekürten Planer von Teleinternetcafe /Treibhaus das Potenzial des Or tes und schlugen für die Fläche am Leonrodplatz eine Entwicklung im Bestand vor. Das betraf vor allem die Menschen vor Ort, die sich bereits in dieser für München speziellen Nische mit Projekten eingebracht hatten und nicht nur die bestehenden Gebäude.

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